Falschmeldung: DWD verheimlicht radioaktive Messwerte

Nachdem seit einigen Tagen dieses mit Sebastian Pflugbeil, Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz, geführte Interview (N24) kursierte und es anschließend unter anderem hier eine diesbezügliche Gegendarstellung des Deutschen Wetterdienstes (kurz: DWD) gab, kam es zu hitzigen Diskussionen in den sozialen Netzwerken.

Dies hatte mich dazu veranlasst, am gestrigen Abend (22. März) direkt persönlich bei Herrn Pflugbeil nachzufragen, wie er denn auf die Gegendarstellung des DWD reagiere und ob es sich um eine von ihm in die Welt gesetzte Ente handele.

Zunächst einmal fand ich es überaus freundlich, dass ich bereits heute (23. März) eine Antwort von Herrn Pflugbeil per Mail erhielt. Darin stellte er mir den zu den Missverständnissen führenden ursprünglichen Artikel der Norddeutschen Rundschau vom 17. März 2011 zur Verfügung, den ich hier mit anhänge.

Aufgrund des Artikels hatte Herr Pflugbeil die in dem Interview (s. o., Video) gemachte Äußerung selbst als feststehend betrachtet.

Mittlerweile hatte Herr Pflugbeil selbst beim DWD nachgefragt und diese Antwort erhalten, die ich hier hineinkopiere, um dies nicht selbst unvollständig oder falsch wiederzugeben:

Sehr geehrter Herr Pflugbeil,

den Artikel in der Norddeutschen Rundschau gab es. Nur trifft er inhaltlich nicht zu! Mein Kollege in Schleswig wurde falsch wiedergegeben. Leider hat der Volontär der Norddeutschen Rundschau unzulässig ein „nicht mehr“ eingefügt, das die unzutreffende Konnotation beim Leser weckt, das der DWD seit Beginn der Katstrophe in Japan keine Messwerte mehr veröffentliche. Dann wurde dieser Artikel gerade in den Social Media ohne Überprüfung/Gegenrecherche verbreitet – im Gegensatz zu klassischen Medien, die das auch dort gelesen haben und dann hier beim DWD nachgefragt haben.

Die Fakten sind: Wir haben, wie in meiner Mail an Sie geschrieben, unsere Kollegen an den Messtationen anläßlich der Ereignisse in Japan nochmals daran erinnert, dass der DWD grundsätzlich keine Messergebnisse veröffentlichen darf und auch die KollegInnen vor Ort in den Stationen grundsätzlich bei Presse- und Bürgeranfragen auf das BfS verweisen müssen. Wir haben auch in den zurückliegenden Jahren nie Messdaten veröffentlich – und es wurde auch von Medien nicht danach gefragt (zum Glück gab es keine mit Japan vergleichbare Situation). Die jetzige Situation war für die Beschäftgten des DWD also nicht alltäglich, wenn auch die grundsätzlichen gesetzlichen Regelungen eindeutig sind.

Ich denke, dass eine solche Mail an die Beschäftigten – nachdem jahrelang keinerlei entsprechende Medienanfragen den DWD erreichten und wir auch regelmäßig Personalwechsel im Messnetz haben – in einer Situation wie jetzt eine Selbstverständlichkeit ist. Es geht dabei aber nicht nur darum, die Zuständigkeiten nochmals deutlich anzusprechen, sondern die Beschäftigten des DWD auch durch die klare Nennung der geltenden Regelungen auf Medienanfragen vorzubereiten und sie damit zu schützen.

Mit freundlichen Grüßen

 

Uwe Kirsche
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/
Pressesprecher

Deutscher Wetterdienst (DWD)
Frankfurter Straße 135
D – 63067 Offenbach am Main

 

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